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Öffnungszeiten

9. Mai bis 25. Oktober 2020
Dienstag - Sonntag, 9 - 18 Uhr
Einlass bis 17.00 Uhr
(an Feiertagen auch montags geöffnet!)

Telefon

Info-Service: +49 (0)7461 / 926 3200
Museumskasse: +49 (0)7467 / 1391

Adresse

Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck
Museumsweg 1
78579 Neuhausen ob Eck

Anreise

Mit der Bahn nach Tuttlingen,
von dort mit dem Bus 340 nach
Neuhausen ob Eck (Fahrplan nach Neuhausen / Fahrplan nach Tuttlingen).
Mit dem Auto über die B 311
nach Neuhausen ob Eck.

Wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen: Wildtierfotografie auf der Schwäbischen Alb

Auch in unserer heutigen modernen Welt sind wir auf der Schwäbischen Alb von Wildtieren umgeben. Reh, Hase und Fuchs kennt jeder: doch auch der Rotmilan und das Sommergoldhähnchen bewohnen gemeinsam mit uns einen Lebensraum! Die Ausstellung zeigt Tierfotos von Tim Eichinger aus Bisingen, der aktuell ein Freiwilliges Soziales Jahr im Freilichtmuseum leistet.

Rotfuchs im Schnee, aufgenommen in Bisingen.

Dabei sind die Tiere natürlich auch von ihrem Lebensraum geprägt. Hier spielt die ganz besondere Natur der Schwäbischen Alb eine wichtige Rolle: Die Hänge sind bewaldet; die Hochflächen sind abwechslungsreich durch Wiesen, Wachholderheiden und Wälder gestaltet; Gewässer gibt es hingegen kaum. „Diese Vielfalt unserer heimischen Natur fasziniert mich schon immer“, so Eichinger. Vor allem die Tiere haben es ihm dabei angetan. Seit nun schon fünf Jahren ist er in seiner heimischen Region unterwegs und versucht vor allem Tiere vor die Linse zu bekommen. „Mir ist dabei wichtig die Faszination unserer heimischen Tierwelt zu vermitteln und auch Eindrücke in die Tierfotografie zu geben“, erläutert der FSJler und Jungfotograf. Denn die Schwäbische Alb ist ein Ökosystem, das es zu schützen gilt, damit die folgenden Generationen auch noch so eine herrliche Natur erleben können.

Sommergoldhähnchen, fotografiert im Bisinger Wald.

Die Fotoausstellung im Obergeschoss des Bauernhauses „Biehle“ zeigt bis zum 25. Oktober 2020 die Wildtiere aus unserer Region in ihrem natürlichen Lebensraum. Und so kann man auch unbekanntere, im Verborgenen lebende Arten wie den Schwarzstorch entdecken!

Eine innovative Ausstellung im Haus des Jahres 2019

Das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck präsentiert den 350 Jahre alten Haldenhof und seine Geschichte in einer neuen Ausstellung: Neu eingerichtet und mit innovativen digitalen Installationen.

Was wäre wenn... Haldenhof aus Schonach im Schwarzwald anno 1847

Es ist Montag, der 28. Juni 1847. Bauer Hock und seine Kinder, die Magd, der Knecht und das Hütekind erzählen vom Alltag im Südschwarzwald, dem gemeinsamen Leben auf dem Hof und vom Umgang mit einem tragischen Ereignis. Denn eine Person fehlt…

Für die Familie ist 1847 kein einfaches Jahr. Vielerorts sind in Baden die Ernten schlecht ausgefallen, und dann wird im Sommer die Bäuerin krank. „Lungenleiden“ ist die Diagnose, ein Leiden, dem sie am 27. Juni 1847 erliegt. Was passiert auf einem Schwarzwaldhof, wenn die Bäuerin stirbt? Sieben Bewohner des Haldenhofs erzählen vom Alltag auf dem Hof, von ihrer Arbeit und dem Zusammenleben mit den anderen, von ihren Sorgen, aber auch von ihren Hoffnungen und Träumen. Das Leben ist nicht leicht, gerade für die Frauen oder wenn man arm ist. Nicht jeder hat gute Chancen. Aber träumen kostet nichts, und vielleicht wir ja doch einmal alles besser.

Der Haldenhof an seinem urpsrünglichen Standort in Schonach über dem Triberger Bahnhof.

Natürlich erscheint die Familie nicht wirklich selbst – es sind Laienschauspieler aus dem Schwarzwald, die in mehreren kurzen Filmen das Leben im Haldenhof des Jahres 1847 zum Leben erwecken. Wichtige erste Hinweise darauf, wer dort Mitte des 19. Jahrhunderts lebte, gaben die Unterlagen der Translozierung des Gebäudes ins Freilichtmuseum in den 1980er Jahren. Allerdings konnten die Unterlagen viele Fragen nicht beantworten, die die Museums-wissenschaftler interessierten. „Unsere Vorgänger hatten schon herausgefunden, wer zu welcher Zeit den Haldenhof besaß. Vom Gesinde – Mägden, Knechten, Hütekindern – hatten wir keine Nachweise. Wenn man im 20. Jahrhundert recherchiert, gibt es Menschen, die ihre Erinnerungen erzählen können. Im 19. Jahrhundert haben wir kaum eine Chance, etwas über das Leben von einzelnen Personen herauszufinden – in diesem Fall über die Familie Hock, aus der die letzten Besitzer des Haldenhofs stammten.“

Der Haldenhof an seinem urpsrünglichen Standort in Schonach über dem Triberger Bahnhof.

Akribisch wurden daher Archivdokumente wie Familien- oder Kirchenbücher nach Hinweisen auf Hochzeiten oder Todesfälle der Familie Hock untersucht. Aber auch Informationen zum alltäglichen Leben damals wurden zusammengetragen. Daraus haben die Ausstellungs-macher jetzt allerlei interessante Fakten und Anekdoten zusammengetragen. Wie war das mit dem Heiraten und Kinderkriegen eigentlich früher? Wer erbte den Hof? Und warum wanderten eigentlich so viele junge Leute nach Amerika aus? Der Haldenhof wurde komplett neu mit einer Einrichtung anno 1847 eingerichtet, und wer genau aufpasst, kann die Vergangenheit sogar riechen…

Angekommen. Angenommen? Heimatvertriebene zwischen Hier und Dort

In Baden-Württemberg stammt heute jeder Vierte von Vertriebenen ab, die zwischen 1945 und 1961 hier in der Region ankamen. Ihre Heimat waren deutsche Ostgebiete, Ost- und Südosteuropa. Sie waren vor der russischen Armee geflüchtet oder von Regierungen und Verwaltungen vertrieben worden, weil sie Deutsche waren. Die Ausstellung „Ankommen. Angenommen? Heimatvertriebene zwischen Hier und Dort“ im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck beschäftigt sich mit den ganz persönlichen Geschichten der Flüchtlinge und Vertriebenen in der Region.

Zeitzeugen und deren Nachfahren waren die wichtigsten Quellen für die Ausstellungsmacherinnen. Auf einen Zeitzeugenaufruf meldeten sich annähernd 30 Heimatvertriebene, deren eindrucksvolle, bedrückende, ergreifende und aufrüttelnde Erinnerungen im Zentrum der Ausstellung stehen. Museumsleiterin Almut Grüner wird über die Heimatvertriebenen im Nachkriegsdeutschland und über die persönlichen Einzelschicksale der Zeitzeugen referieren, die für die Einen Geschichte, für die Anderen aber noch immer präsent und höchst lebendig sind. Julia Brockmann erzählt von ihrer Recherche in verschiedenen Archiven über die junge Heimatlose „Hedda“, die nach ihrer Ankunft in der Region im Farrenstall in Brittheim unterkam und von der zunächst nur dieser Name bekannt war. „Ich habe mich gefühlt wie ein Detektiv auf den Spuren einer verschollenen Person“, erläutert Julia Brockmann zu ihrer Suche, an deren Ende sie die junge Mutter und Heimatvertriebene Heta Zackschewski tatsächlich gefunden hat, die später in die USA auswanderte.

Die Ausstellung „Ankommen. Angenommen? Heimatvertriebene zwischen Hier und Dort“ entstand im Zusammenhang mit der Ernennung des ersten Hauses des Jahres: dem Farrenstall aus Brittheim. Seine Geschichte und die seiner Bewohner wurden vom Museumsteam neu recherchiert. Dabei stießen sie in den Unterlagen auf einen einfachen Satz: „Hier waren ab 1947 Heimatvertriebene aus den deutschen Ostgebieten untergebracht.“ Von dort ausgehend wurden Zeitzeugen gesucht und für die Ausstellung interviewt. Diese ganz persönlichen Lebenswege zeigt das Freilichtmuseum im Farrenstall.  Denn als die Flüchtlinge und Vertriebenen im Westen ankamen, waren sie auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Sie sollten sich möglichst schnell integrieren. Um das zu erreichen, wurden die Flüchtlinge und Vertriebenen im Land verteilt. Auf dem Dorf fielen die neuen Mitbürger auf. Sie sprachen keinen oder einen anderen Dialekt, trugen andere Kleidung oder hatten eine andere Konfession. Viele begegneten den Fremden mit Hilfsbereitschaft, andere jedoch mit Ablehnung.

Zudem ist die Ausstellung Bestandteil der Ausstellungsreihe „anders. anders? Ausgrenzung und Integration auf dem Land“ der Sieben im Süden, Freilichtmuseen in Baden-Württemberg.

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