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Öffnungszeiten

9. Mai bis 25. Oktober 2020
Dienstag - Sonntag, 9 - 18 Uhr
Einlass bis 17.00 Uhr
(an Feiertagen auch montags geöffnet!)

Telefon

Info-Service: +49 (0)7461 / 926 3200
Museumskasse: +49 (0)7467 / 1391

Adresse

Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck
Museumsweg 1
78579 Neuhausen ob Eck

Anreise

Mit der Bahn nach Tuttlingen,
von dort mit dem Bus 340 nach
Neuhausen ob Eck (Fahrplan nach Neuhausen / Fahrplan nach Tuttlingen).
Mit dem Auto über die B 311
nach Neuhausen ob Eck.

Digitale Veranstaltungen

Wir machen für Euch Geschichte – auch online.

Das Freilichtmuseum lebt nicht nur durch seine Häuser und Tiere, sondern auch durch die ganzen wunderbaren Veranstaltungen. Das Coronavirus hat uns in dieser Saison leider einen Strich durch unsere Planung gemacht. Die meisten Veranstaltungen, vor allem unsere beliebten Großveranstaltungen wie Fuhrmannstag und Kirbe, können in diesem Jahr leider nicht stattfinden. Dennoch wollen wir diese Veranstaltungen nicht vergessen und werden die Aktionstage hier entsprechend würdigen.

Fuhrmannstag (12. Juli 2020)

Erstmals seit der Museumseröffnung vor über 30 Jahren kann heute kein Fuhrmannstag stattfinden. Wir sind unendlich traurig und freuen uns jetzt schon die Vierbeiner mit ihren Besitzern wieder im Freilichtmuseum begrüßen zu dürfen. Ob Holzrücken, Zugleistung oder Hindernisfahren, es ist unglaublich, was diese großen Kaltblüter alles können.

Aufgrund der aktuellen Coronasituation kann der Fuhrmannstag in diesem Jahr leider nicht stattfinden. Für alle Pferdeliebhaber gibt es hier trotzdem ein kleines Schmankerl aus dem letzten Jahr.

Pas de Deux mit viel PS: Fuhrmannstag 2019

Bier- und Backtag (14. Juni 2020)

Zum Bier- und Backtag steht immer die Hefe im Vordergrund, eine ganz besondere Zutat! Normalerweise würden unsere heimische Brauereien aus der Region (Hirsch-Brauerei, Bulzinger, Privatbrauerei Lammbräu, Krokodil Brauhaus Trossingen, Brauwerk Salvermoser und Haderbräu) die besondere Vielfalt des Bieres im Donaubierland präsentieren. Und auch viel Selbstgebackenes würde nicht fehlen.

Aufgrund der aktuellen Coronasituation kann der Bier- und Backtag in diesem Jahr leider nicht stattfinden. Alle Bier- und Backliebhaber sollen aber dennoch nicht zu kurz kommen!

Geschichte des Bieres

Wenn am Oktoberfest die Maßkrüge gestemmt werden, hat kaum einer im Sinn, mit was er da die Kehle befeuchtet: Einem der ältesten Kulturgetränke der Menschheit. Die ersten Spuren von Bier lassen sich um 9.000 v. Chr. nachweisen (in China!), die ersten geschäftsmäßigen Brauereien gab es im Vorderen Orient. Die ersten Abbildungen bietrinkender Sumerer sind auf 3.000 v. Chr. zu datieren, und auch die Gesetzgebung war schnell mit von der Partie: so ist im Codex Hammurabi ( 1.700 v. Chr.) doch eine Regel zu finden die besagt, dass eine Priesterin, die eine Brauerei besucht, verbrannt wird. Bier ist eindeutig gefährlich. Für den Pharao ein Grundnahrungsmittel und besteuerungswürdig, für die Kelten und Germanen Alltagsgetränk nahm das Bier seinen Siegeszug durch die Hütten und Paläste. Urkundlich erstmals erwähnt in der Schweiz („Wer hat’s erfunden?“) im Jahre 754 und durch das Bayrische Reinheitsgebot 1516 geschützt, besteht ein Bier heute in Deutschland aus drei Zutaten: Gerste, Hopfen und Wasser. Früher hat man gerne noch mit Gewürzen oder berauschenden Stoffen nachgeholfen. Folgerichtig war auch das erste transportierte Gut auf einer deutschen Eisenbahn … Achtung, Bier! Und Bayern war berühmt für Ausschreitungen die dann erfolgten, wenn der Bierpreis erhöht wurde. Die Deutschen und ihr Bier – eine unendliche Geschichte.

Herr Wirt, ein Bier!

Wer als Wirt vor der Industrialisierung Bier kredenzen wollte, musste es selber brauen. Dabei gelang durchaus nicht jeder Sud. Auch lag solches Bier noch recht weit von heutigen Gaumengewohnheiten entfernt.

Prangte der sechszackige Brauerstern, einem Wirtshausschild ähnlich, außen am Wirtshaus, wussten alle: „Hier gib‘s frisches Bier!“ Brauen durfte keineswegs nicht jeder. Auch dafür stand der Stern, für das Recht, Bier brauen zu dürfen. Nicht umsonst findet sich der Brauerstern bis heute in Wirtshausschildern und Wappen.

Übrigens: Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg und mit der „Kleinen Eiszeit“, einem Klimaphänomen, das Weinbau für weite Gebiete nördlich der Alpen unmöglich machte, entwickelte sich der Süden Deutschlands zum Bierland. In Bayern wohlgemerkt ließ man sich damals von erfahrenen norddeutschen Brauern beraten. Erst danach konnte „oazapft“ werden.

Im 19. Jahrhundert lagerten professionelle Brauereien untergäriges Bier (Märzen, Helles) in tiefen großen Kellern meist am Stadtrand. Eis, das im Winter geerntet wurde, hielt die Kühlung stabil. Zusätzlich pflanzten die Brauer hohe Laubbäume über ihr Bierkellern, deren Schatten das flüssige Gold von oben kühlten. Beliebte Ziele für sommerliche Ausflügler entstanden so, denn was wollte man mehr: frisches kaltes Bier im Schatten mächtiger Bäume. Biergärten gab es also nicht nur in Bayern!

Der Mönch und des Bier

Etiketten und Bierdeckel präsentieren es bis heute und das in großer Zahl: das süffisante Bild eines Mönches – Brauer und Genießer in einem.

In der Tat existiert eine lange Tradition des Bierbrauens in Klöstern, allerdings muss sie richtig gedeutet werden. So wurde natürlich auch in Frauenklöstern gebraut.

Der berühmte, „St. Galler“ genannte Klosterplan (um 830) sieht drei Braustätten vor. Der Plan sollte eine mustergültige Vorlage für Klosterneugründungen abgeben. Die vorgesehene Brauerei in den Klostermauern belieferte jedoch nicht etwa fröhliche Zechrunden in Klausur, sondern steht für einen klugen Ernährungsplan für die klösterliche Gemeinschaft. Bier, das lange gekocht wird, konnte als sicheres und nahrhaftes Lebensmittel genossen werden, dem oft üblen Wasser deutlich überlegen. Die drei Braustätten des St. Galler Plans könnten übrigens für unterschiedliche Bierqualitäten stehen Der im Alltag der Klosterleute konsumierte Gerstensaft zumindest, das ist bekannt, war recht dünn.

Ein weiteres Klischee hält sich hartnäckig: Die Regel „Flüssiges bricht das Fasten nicht!“ ermögliche es den Klosterleuten, sich die Fastenzeiten des Kirchenjahres mit Starkbier zu versüßen. Doch was ist nicht alles flüssig? Zugrunde liegen strenge und komplexe Kategorien für Fastenspeisen. Bier musste erst als „nährendes“ „Getränk“ eingegliedert werden, um unter „Flüssiges“ zu fallen.

Biertreber Dünne

– 1 kg Mehl Typ 812
– 250 g Biertreber
– 30 g Salz
– 42 g Hefe („1 Bollen“)
– 1 Esslöffel Honig
– 0,5 l Bier
– ca. 0,1 l Wasser
– 4-5 Esslöffel Röstzwiebeln
– 8 g getrockneter Sauerteig

Das Ganze verarbeitet ihr zu einem glatten Teig, den ihr gehen lassen müsst. Danach zu kleinen, flachen Böden formen und nun kommt das Beste: belegen! Bei uns im Museum gibt es Dünnele mit den verschiedensten Belägen: Speck, Käse oder Kräuter. Wichtig ist, dass ihr immer eine Masse aus Schmand, Eiern und Gewürzen unter den Belag streicht – sonst wird das Ganze eine trockene Angelegenheit. Die fertig belegten Dünnele bei hoher Temperatur (210 Grad Umluft) in den Backofen einschießen, dann mit der Temperatur zurückgehen und die Dünnele goldbraun backen! 

Dr. Oetker und die Backrevolution

Die 50er Jahre – Pastellfarben, Petticoats und … die perfekte Hausfrau! Diese Assoziation habe sicher nicht nur ich im Kopf. Und wer denkt da nicht an die wunderschönen Emaille-Werbeschilder von Dr. Oetker und Persil. Die Firma Dr. Oetker stellte mit vielen ihrer Entwicklungen die Welt der Hausfrau auf den Kopf. im Jahre 1891 gegründet, war das Starprodukt vor allem eines: Backpulver. Schon Jahre zuvor wurde von anderen Firmen Experimente mit verschiedensten Mittel durchgeführt, um den Teig aufzulockern. Aber erst Dr. Oetker gelang der Durchbruch. Im Jahr 1950 wurden 400 Millionen Päckchen Backpulver verkauft. Die Hausfrau musste sich nun nicht mehr mit Hefe herumschlagen, sondern hatte durch das Pulver eine Gelinggarantie. Dazu führte Dr. Oetker eine revolutionäre Werbestrategie: zum einen implizierte der Doktor-Titel wissenschaftliches know-how, zum anderen bot die Firma von Anfang an Rezepte zu ihren Produkten an. So hatte die perfekte Hausfrau zum Produkt gleich noch ein raffiniertes Rezept zur Hand. Wisst ihr, was heute das Produkt von Dr. Oetker ist, das am häufigsten verkauft wird? … die Tiefkühlpizza!

Rumpelstilzchen

Ein Märchen der Brüder Grimm

Es war einmal ein Müller, der war arm, aber er hatte eine schöne Tochter. Nun traf es sich, dass er mit dem König zu sprechen kam, und um sich ein Ansehen zu geben, sagte er zu ihm: „Ich habe eine Tochter, die kann Stroh zu Gold spinnen.“ Der König sprach zum Müller: „Das ist eine Kunst, die mir wohl gefällt, wenn deine Tochter so geschickt ist, wie du sagst, so bring sie morgen in mein Schloss, da will ich sie auf die Probe stellen.“

Als nun das Mädchen zu ihm gebracht ward, führte er es in eine Kammer, die ganz voll Stroh lag, gab ihr Rad und Haspel und sprach: „Jetzt mache dich an die Arbeit, und wenn du diese Nacht durch bis morgen früh dieses Stroh nicht zu Gold versponnen hast, so musst du sterben.“ Darauf schloss er die Kammer selbst zu, und sie blieb allein darin. Da saß nun die arme Müllerstochter und wusste um ihr Leben keinen Rat: sie verstand gar nichts davon, wie man Stroh zu Gold spinnen konnte, und ihre Angst ward immer größer, dass sie endlich zu weinen anfing. Da ging auf einmal die Türe auf, und trat ein kleines Männchen herein und sprach: „Guten Abend, Jungfer Müllerin, warum weint Sie so sehr?“

„Ach,“ antwortete das Mädchen, „ich soll Stroh zu Gold spinnen und verstehe das nicht.“ Sprach das Männchen: „Was gibst du mir, wenn ich dirs spinne?“ – „Mein Halsband,“ sagte das Mädchen. Das Männchen nahm das Halsband, setzte sich vor das Rädchen, und schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war die Spule voll. Dann steckte es eine andere auf, und schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war auch die zweite voll: und so gings fort bis zum Morgen, da war alles Stroh versponnen, und alle Spulen waren voll Gold.

Bei Sonnenaufgang kam schon der König, und als er das Gold erblickte, erstaunte er und freute sich, aber sein Herz ward nur noch geldgieriger. Er ließ die Müllerstochter in eine andere Kammer voll Stroh bringen, die noch viel größer war, und befahl ihr, das auch in einer Nacht zu spinnen, wenn ihr das Leben lieb wäre. Das Mädchen wusste sich nicht zu helfen und weinte, da ging abermals die Türe auf, und das kleine Männchen erschien und sprach: „Was gibst du mir, wenn ich dir das Stroh zu Gold spinne?“

„Meinen Ring von dem Finger,“ antwortete das Mädchen. Das Männchen nahm den Ring, fing wieder an zu schnurren mit dem Rade und hatte bis zum Morgen alles Stroh zu glänzendem Gold gesponnen. Der König freute sich über die Maßen bei dem Anblick, war aber noch immer nicht Goldes satt, sondern ließ die Müllerstochter in eine noch größere Kammer voll Stroh bringen und sprach: „Die musst du noch in dieser Nacht verspinnen: gelingt dir’s aber, so sollst du meine Gemahlin werden.“ – „Wenn’s auch eine Müllerstochter ist,“ dachte er, „eine reichere Frau finde ich in der ganzen Welt nicht.“ Als das Mädchen allein war, kam das Männlein zum drittenmal wieder und sprach: „Was gibst du mir, wenn ich dir noch diesmal das Stroh spinne?“ – „Ich habe nichts mehr, das ich geben könnte,“ antwortete das Mädchen. „So versprich mir, wenn du Königin wirst, dein erstes Kind.“ – „Wer weiß, wie das noch geht,“ dachte die Müllerstochter und wusste sich auch in der Not nicht anders zu helfen; sie versprach also dem Männchen, was es verlangte, und das Männchen spann dafür noch einmal das Stroh zu Gold. Und als am Morgen der König kam und alles fand, wie er gewünscht hatte, so hielt er Hochzeit mit ihr, und die schöne Müllerstochter ward eine Königin.

Über ein Jahr brachte sie ein schönes Kind zur Welt und dachte gar nicht mehr an das Männchen: da trat es plötzlich in ihre Kammer und sprach: „Nun gib mir, was du versprochen hast.“ Die Königin erschrak und bot dem Männchen alle Reichtümer des Königreichs an, wenn es ihr das Kind lassen wollte: aber das Männchen sprach: „Nein, etwas Lebendes ist mir lieber als alle Schätze der Welt.“ Da fing die Königin so an zu jammern und zu weinen, dass das Männchen Mitleiden mit ihr hatte: „Drei Tage will ich dir Zeit lassen,“ sprach er, „wenn du bis dahin meinen Namen weißt, so sollst du dein Kind behalten.“

Nun besann sich die Königin die ganze Nacht über auf alle Namen, die sie jemals gehört hatte, und schickte einen Boten über Land, der sollte sich erkundigen weit und breit, was es sonst noch für Namen gäbe. Als am andern Tag das Männchen kam, fing sie an mit Kaspar, Melchior, Balzer, und sagte alle Namen, die sie wusste, nach der Reihe her, aber bei jedem sprach das Männlein: „So heiß ich nicht.“ Den zweiten Tag ließ sie in der Nachbarschaft herumfragen, wie die Leute da genannt würden, und sagte dem Männlein die ungewöhnlichsten und seltsamsten Namen vor „Heißt du vielleicht Rippenbiest oder Hammelswade oder Schnürbein?“ Aber es antwortete immer: „So heiß ich nicht.“

Den dritten Tag kam der Bote wieder zurück und erzählte: „Neue Namen habe ich keinen einzigen finden können, aber wie ich an einen hohen Berg um die Waldecke kam, wo Fuchs und Has sich gute Nacht sagen, so sah ich da ein kleines Haus, und vor dem Haus brannte ein Feuer, und um das Feuer sprang ein gar zu lächerliches Männchen, hüpfte auf einem Bein und schrie:

„Heute back ich,
Morgen brau ich,
Übermorgen hol ich der Königin ihr Kind;
Ach, wie gut ist, dass niemand weiß, 
dass ich Rumpelstilzchen heiß!“

Da könnt ihr denken, wie die Königin froh war, als sie den Namen hörte, und als bald hernach das Männlein hereintrat und fragte: „Nun, Frau Königin, wie heiß ich?“ fragte sie erst: „Heißest du Kunz?“ – „Nein.“ – „Heißest du Heinz?“ – „Nein.“ – „Heißt du etwa Rumpelstilzchen?“

„Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt,“ schrie das Männlein und stieß mit dem rechten Fuß vor Zorn so tief in die Erde, dass es bis an den Leib hineinfuhr, dann packte es in seiner Wut den linken Fuß mit beiden Händen und riss sich selbst mitten entzwei.

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